Herr Meier fragt – Herr Engel antwortet

Herr Meier hat mir als Menschen des vergangenen Jahrhunderts erklärt, was ein „Blogstöckchen“ ist: Man bekommt von einem Blogger zehn Fragen und soll diese beantworten – und dann das Stöckchen an zehn andere Blogger weiterreichen. Ein solches Stöckchen hat Herr Meier von Herrn Lumma bekommen und mir zugeworfen. Da ich mich geschmeichelt fühle, als Blogger bezeichnet zu werden, bin ich der Aufforderung nachgekommen:

1. Was ist der Grund warum Du bloggst?

Na was wohl: Aufmerksamkeit, Ruhm und Ehre. Das ist die Währung in der Ökonomie der „Attention Economy“. Für Werbeeinkünfte reicht mein Traffic nicht aus.

2. Wo verlinkst du deine Blogbeiträge, bei FB, twitter, usw. ?

Tatsächlich verlinke ich viel zu wenig, wenn dann XING, Facebook und Twitter.

3. Bloggen ist Arbeit, oder macht es Dir wirklich Spaß?

Schreiben ist immer Arbeit, allerdings kann auch Arbeit Spaß machen, wenn man mal anfängt. Allerdings fehlt mir leider die Disziplin, noch regelmäßiger Blogposts zu schreiben – und die der anderen zu lesen. Denn auch auf dem Laufenden zu bleiben ist Arbeit.

4. Erotik oder Politik, auf welchen Seiten bist Du lieber unterwegs?

Das ist natürlich ein typisches Paddy-Meier-Thema mit dem Ziel, durch das Wort „Erotik“ mehr Google-Traffic zu bekommen. Schmutziges, Schweinereien und Obszönitäten interessieren mich nicht, deshalb gehe natürlich nicht auf Politik-Seiten.

5. Gibt es Themen die Du noch nicht in einem Blog wiedergefunden hast?

Wie ein großer bayerischer Denker mal bemerkt hat: Ich glaube, es ist alles schon mal geschrieben worden, aber noch nicht von allen.

6. Wenn Ja, welche? Wenn Nein – eine Frage weniger.

Siehe 5.

7. Hamburg, Berlin, München, aber die geilste Stadt ist Frankfurt, oder etwa nicht?

Suggestivfragen sollte man grundsätzlich verneinen. Aber Frankfurt ist besser als sein Ruf, hat eine hohe Lebensqualität und bietet viele Geschäftsmöglichkeiten. Mir gefällt es hier und das es für Touristen wenig bietet, kann ja auch ein Vorteil für die Einheimischen sein. Was das Lebensgefühl der Menschen hier betrifft: Mathias Beltz hat das mal so formuliert: Wenn ein New Yorker an einem hektischen Tag beobachtet, wie zwei Autos im Stoßverkehr einen Unfall haben, sagt er „I love New York“. Wenn ein Frankfurter das in seiner Stadt beobachtet, sagt er: „Des müsse zwei Offenbächer saan“.

8. Die Huffington Post möchte einen Beitrag von Dir, schreibst du ihn?

Ja, denn die Währung, die bezahlt wird, ist Aufmerksamkeit (siehe oben). Für das Schreiben nicht bezahlt zu werden, ist bei Autorenbeiträgen in Fachzeitschriften und Büchern eher die Regel als die Ausnahme. Geistige Arbeit, ordentlicher Journalismus und gute Texte werden leider zu schlecht bezahlt.

9. Werbung im Internet sorgt für die Finanzierung vieler Webangebote. Hand aufs Herz, würdest du für digitale Inhalte, wie BILDplus, zahlen?

Die Deutschen haben es verlernt, Informationen als Wert anzusehen. Sie glauben, dass Rauschen sei schon die Nachricht. Das Rauschen ist umsonst, für Sinn muss man investieren: Zeit (um die wichtigen Dinge aus dem Rauschen herauszufiltern) oder Geld (dafür, dass andere für mich filtern). Es gibt also keinen „Free Content“, es wird nur mit unterschiedlichen Währungen bezahlt: Zeit oder Geld. Ich persönlich zahle für viele Paid-Conten-Angebote, die meisten davon werden allerdings gedruckt.

10. Die Chinesen kaufen Google & schalten die Suchmaschine ab, ein Grund für Proteste?

Ohne Google wäre auch mein Leben schwieriger. Erschreckend, dass wir uns so in die Abhängigkeit eines Unternehmens begeben haben. Allerdings gab es auch mal eine Zeit vor Google, damals erschienen uns Yahoo oder Altavista als unentbehrlich. Vielleicht wird Google irgendwann auch abgelöst. Was die Chinesen betrifft: Vielleicht kauft Google ja vorher China?

Nun meine zehn Fragen, mit denen ich das Blogstöckchen weiterreiche…

10 Fragen

1. Was war Dein erfolgreichster Post?
2. Ständig gibt es neue Buzz-Words – welches ist Dir in letzter Zeit aufgefallen?
3. Wie hat sich Deiner Meinung nach der Wert von Information durch das Internet verändert?
4. Wie soll sich Journalismus in Zukunft finanzieren?
5. Welche Erfindung, die es noch nicht gibt, sollte dringend erfunden werden?
6. Wenn Du Dein eigenes Geld in ein Internet-Unternehmen investieren würdest, welches wäre das?
7. Was stört Dich bei den Facebook-Posts Deiner Freunde am meisten?
8. Was sind Deine Erfahrung mit den verschiedenen Formen von e-learning?
9. Auf welches Webinar wartest Du sehnsüchtig?
10. Und welches Webinar würdest Du gerne anbieten?

Das wären die zehn Blogger, über deren Antworten ich mich freuen würde:

Andreas Pfeifer

Burkhard Schneider

Dr. Benedikt Köhler

Frank Flöthmann

Friedemann Weise

Kirill Falkow

Susanne Popp

Thomas Koch

Torsten Hermann

Ute Simon

 

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