Fachmedien in der Krise

Auf der Frankfurter Buchmesse gab es eine spannende Podiumsdiskussion zum Thema „Fachzeitschriften in der Krise?“ Ich durfte daran teilnehmen und auch mit einem Impulsreferat beginnen.

Dabei habe ich deutlich gemacht, dass die Fachzeitschriften selbstverständlich in einer Krise sind – um genau zu sein sogar zwei.

Zum einen in einer konjunkturellen Krise, wie alle Unternehmen und Medien, was zu sinkenden Mediabudgets in den Jahren 2009 und 2010 führt. Zum anderen aber auch in einer strukturellen Krise: Ein Überangebot an Titeln führt zu gerineren Reichweiten, außerdem werden einige Funktionen der Fachzeitschriften zunehmend von digitalen Medien übernommen.

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Ohne Zweifel haben Fachzeitschriften eine wichtige Funktion für Entscheider. Ihre Bedeutung ist in den verschiedenen Phasen des Kaufentscheidungsprozesses unterschiedlich. Nur durch Forschung, die zu einem besseren Verständnis dieser Entscheidungsprozesse führt, können die Mediaagenturen eine vernünftige Planung gewährleisten.

Dazu benötigen sie aber auch verlässliche Zahlen über Auflagen, Reichweiten und Strukturen von Seiten der Verlage – hier gibt es nach wie vor einen großen Nachholbedarf. In dem Impuls-Refereat bin ich noch auf weitere Punkte eingegangen, die Agenturen von den Verlagen erwarten.

Das zweite Referat hielt Thomas Meichle, erfahrener Werber und Berater: Unter dem Titel „Ratlos, kostenlos, hemmungslos“ gab es einen Rundumschlag, bei denen Agenturen, Werbungtreibende und Verlage in gleichen Teilen ihr Fett abbekommen haben. Seine Kritik richtete sich z.B. gegen Werbungtreibende, die ihre Agenturen nicht richtig honorieren, wie auch gegen Agenturen, die angeblich mit den neuen Kommunikationskanälen überfordert sind.

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Thomas Meichle bei seinem Vortrag

Bei der anschließenden Podiumsdiskussion, die vom HORIZONT-Chefredakteur Jürgen Scharrer moderiert wurde, haben die Teilnehmer einige dieser Kritikpunkte diskutiert.

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Mit dabei waren noch Horst-Dieter Kraus, Marketingleitung der Pilz GmbH, Stefan Prasse, Geschäftsführer, VDMA-Verlag, und Werber Konrad Wenzel (Huth + Wenzel Werbeagentur). Letzterer kritisierte auch das Erscheinungsbild vieler Fachzeitschriften. Horst-Dieter Kraus wies auch nochmal auf die Bedeutung von validen Daten zur Reichweite und Werbewirkung hin.

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Das Publikum beim Zentrum Fachmedien

Auf der Frankfurter Buchmesse hatte UM zum ersten Mal eine Präsenz beim Zentrum Fachmedien, dem Stand der Deutschen Fachpresse. Dort gab es Broschüren und Fachartikel zu den Themen Social Media, B-to-B-Kommunikation und Mediaforschung.

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Der UM-Stand auf der Frankfurter Buchmesse

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Das Zentrum Fachmedien auf der Frankfurter Buchmesse

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