Mobil, flexibel, schnell – oder gar nicht

Die Deutsche Fachpresse hat in ihrem gerade erschienenen Jahrbuch 2010 Experten und junge Menschen – „Digital Natives“ werden sie genannt – um kurze Einschätzungen zur Zukunft der Fachmedien gebeten.

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Auch ich durfte ein Statement liefern, wobei ich versuchte, die wachsende Bedeutung von Informationen für den Beruf im größeren Zusammenhang zu sehen.

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Aus Platzgründen konnten die Herausgeber des Jahrbuchs nur eine gekürzte Fassung abdrucken. Meine vollständigen Überlegungen kann man hier nachlesen:

Wir sind an der Schwelle zu einem tiefgreifenden Wandel der Fachmedienwelt. Alle einzelnen Faktoren sind schon jetzt in Ansätzen beobachtbar, doch erst deren Verknüpfung wird in den nächsten Jahren zum großen Umbruch führen.

Auf der einen Seite haben wir Smartphones, das mobile Internet, Social Media, neue Lesegeräte (E-Reader) und intelligente, personalisierte Suchagenten, die selbstständig für uns das Relevante aus der digital verfügbaren Flut von Informationen herausfiltern werden. Auf der anderen Seite gibt es keine vorhersehbaren Konjunkturzyklen mehr, sondern eine chaotische Wirtschaft – Krisen werden ein Dauerphänomen, die Innovationszyklen werden immer schneller. Außerdem führen die geburtenschwachen Jahrgänge zu einem Fachkräftemangel.

Die Folge: Der Druck auf jeden Berufstätigen wächst, immer auf den neusten Stand zu sein und sein Wissen zu erweitern. Das macht Fachinformationen wichtiger, aber der Zugriff muss mobil, flexibel und schnell sein. Unternehmenserfolg und die persönliche Karriere hängen davon ab. Das bietet Chancen für die Fachpresse, doch die liegen nicht ausschließlich im Verteilen von gedrucktem Papier.

Diese Entwicklung müssen wir dabei immer aus der Perspektive der Nutzer bewerten – und die freuen sich über mehr Auswahl, individualisierte Dienste, die Emanzipation von Raum und Zeit und größere Bedienerfreundlichkeit. Für Universal McCann als Mediaagentur hat das zahlreiche Konsequenzen: Wir müssen verstehen, wie Nutzer und Zielgruppen mit den neuen Mediengegebenheiten umgehen, welche Kommunikationsmöglichkeiten sich eröffnen und unsere Mitarbeiter brauchen auch selbst für ihre Arbeit den permanenten Zugriff auf riesige Mengen von Brancheninformationen. Die Zukunft wird nicht langweilig.

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