„We love to feel guilty“

Am 16. Juli 2009 veranstaltete Vaevictis in der Romanfabrik zusammen mit der Zeitschrift NOVOargumente einen besonderen Event: Der britische Zukunftsforscher Prof. James Woudhuysen sprach zu dem Thema: „Why you shouldn´t feel guilty about climate change“.

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Seine Thesen waren für einige provokant: Die Lösung des Klimaproblems liegt nicht bei dem Einzelnen, seinen Ökobewusstsein und seinen Verhaltensänderungen, sondern nur in technischen Innovationen.


Für die Briten und auch die Deutschen gilt die Beobachtung Woudhuysens „We love to feel guilty“. Doch das schlechte Gewissen, was uns die Öko-Aposteln einreden würden, sei bei der Lösung der Probleme keine Hilfe.

In der anschließenden Diskussionen haben Mitglieder von Vaevictis in kurzen Debattenbeiträgen Gegenargumente gebracht – meist basierend auf fundierten Argumenten ethischer oder ökologischer Natur.

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In meinem Debattenbeitrag versuchte ich eine andere Perspektive: Wieso soll das schlechte Gewissen schlecht sein – es kann die Wirtschaft ankurbeln (schlechtes Gewissen beschert am Valentins- und Muttertag den Floristen gute Geschäfte), es kann auch Innovationen und Wandel fördern (hätte Obama eine Chance gehabt, wenn nicht so viele Amerikaner ein schlechtes Gewissen wegen der Busch-Regierung gehabt hätten?).

Wenn wir es lieben, uns schuldig zu fühlen – warum soll man uns dieses Gefühl nicht gönnen? Das kollektive schlechte Gewissen fördert wahrscheinlich die „large scale“-Innovationen, von denen Woudhuysen die Lösung der Probleme in Folge des Klimawandels sieht.

Prof. Woudhuysen entgegnete in gewohnt eloquenter Form, das das schlechte Gewissen trotzdem auf einer Lüge basiert und eine Lüge keinen Fortschritt brächte.

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James Woudhuysen in gewollt selbstbewusster Pose

Alles in allem war es ein sehr inspirierender und unterhaltsamer Abend. Die Zeitschrift Novo Arguemente will auch in Zukunft verstärkt solche Veranstaltungen organisieren, auf die wir gespannt sein können.

Die Argumentation von Woudhuysen kann man auch im Detail in seinem Buch „Energise!“ nachlesen. Einen Eindruck von der Debatte erhält man auch von den folgenden Videos auf Youtube:

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