Probieren, Planen, Perfektionieren

Beim Frankfurter Webmontag im Oktober – (wie immer in der Brotfabrik) gab es wieder ein ignite-Special: 16 Vorträge, jeweils 5 Minuten (20 Slides jeweils 15 Sekunden). Auch ich durfte dabei sein. Der Titel meiner Präsentation: „Marktforschung und Straßenlaternen“. Hört sich etwas schräg an, aber im Grunde ging es darum, dass wir heutzutage eine andere Art von Planung brauchen. Hier gibt es den Video dazu.

Dirk Engel: Marktforschung und Straßenlaternen

Oft wird versucht, alles im Detail vorauszusehen und es danach durchziehen, egal ob es passt oder nicht. Marktforschung ist dann oft eher ein Störfaktor: Sie dient nicht als ein ehrliches Feedback, sondern die Ergebnisse werden selektiv so wahrgenommen, dass sie das laufende Projekt unterstützt. Abweichende Ergebnisse werden ignoriert, geschönt oder fallen ganz unter dem Tisch.

Eine solcher Umgang mit Marktforschung ist vergleichbar mit dem Umgang mit einer Straßenlaterne: Der Betrunkene nutzt sie zur Abstützung, aber nicht zur Erleuchtung.

In dem Buch „Trial and Error“ vom Tim Harford werden die drei „Palchinskyschen Prinzipien“ vorgestellt.

Die Palchinskischen Prinzipien

Peter Palchinsky war ein russischer Ingenieur, der viele der großen Prestige-Projekte Stalins kritisierte. Seine Prinzipien sind für das Planen in unsicheren Zeiten sehr nützlich:

„Entwickle immerzu Ideen und verfolge neue Ansätze.“

„Wenn Du etwas Neues probierst, dann tu es in einer Größenordnung, in der ein Scheitern zu verschmerzen ist.“

„Fordere Rückmeldungen ein und lerne aus Deinen Fehlern.“

Vor allem das letzte Prinzip zeigt, wie wichtig Marktforschung ist – sie liefert Rückmeldungen über den Erfolg einer Maßnahme. Bedeutsam ist dabei, dass die Rückmeldung zur richtigen Zeit kommt – nämlich dann, wenn noch Änderungen möglich sind – und das konstruktiv damit umgegangen wird – die Ergebnisse also zur Erleuchtung und nicht zum Abstützten genutzt werden.

Gerade in Marketing und Kommunikationsplanung, besonders wenn es um neue Techniken und Kommuniktions- und Werbemöglichkeiten geht, ist ein Vorgehen, dass den Palchinskyschen Prinzipien verpflichtet ist, das angemessene Vorgehen. Pointiert kann man das Vorgehen auf 3 Ps reduzieren:

  1. probieren

  2. prüfen

  3. perfektionieren.

In meinem ignite-Vortrag stelle ich die 3 Ps vor – wenn auch durch die Zeitbegrenzung etwas atemlos und nicht immer mit der notwendigen Ausführlichkeit. Trotzdem kommt die Idee vielleicht doch auch beim Ansehen des Videos rüber. Den Video gibt es hier – übrigens auch die Videos zu den anderen Vorträgen, die alle sehr sehenswert sind!

Meine Präsenatitions-Charts gibt es bei SlideShare.net oder gleich hier:

 

Hinterlassen Sie einen Kommentar

*