Social Media gab es schon immer

Wie Social Media nicht nur unsere Freizeit, sondern auch unser Arbeitsleben verändern, darüber sprach ich im Auftrag der Confidos Akademie Hessen vor den Mitgliedern des Sekretärinnen-Netzwerks im Vogelsberg-Kreis.

Chancen und Risiken im alltäglichen Umgang mit Social-Media wurden in meinem Vortrag und der lebhaften Diskussion erörtert – etwa das heikle Thema, wie man Privatleben und Arbeit in sozialen Netzwerken trennt.

Wir kennen die Regeln der Social-Media-Welt bereits – es sind die gleichen wie auf einer Cocktail-Party!

So wichtig dabei die Wahrung der eigenen Privatsphäre ist, so muss man doch eine gewisse Offenheit zulassen, denn nur wenn man etwas gibt, bekommt man auch etwas Wertvolles zurück. Das ist wie auf einer Cocktail-Party – wer etwas Interessantes zu erzählen hat, den hört man zu und lädt ihn bei nächsten Mal wieder ein.

Social Media können unser Arbeitsleben in vieler Hinsicht bereichern – von der Jobsuche, über die Kundenbindung und Neugewinnung, bis zur Erleichterung von Arbeitsabläufen.

Einen umfangreichen Bericht über den Vortrag kann man auf der Seite des Vogelberk-Kreises lesen – klicken Sie hier. Oder Sie können ihn auch gleich hier lesen….

 

Social Media gab es schon immer, nur eben „ohne Digital“

Impulsreicher Vortrag von Marktforscher Dirk Engel in Eudorf

 VOGELSBERGKREIS. 14. März 2012.

Sich gerne öffentlich zeigen sowie klug und angemessen dafür sorgen, dass man sich selbst und/oder sein Produkt gut vermarktet, möglichst bei perfekter Ansteuerung der Zielgruppe – diese Hauptmotive für die Nutzung von Social Media nannte Markt- und Mediaforscher Dirk Engel in einer Veranstaltung des SekretärinnenNetzes Vogelsberg.

Dirk Engel von der Confidos Akademie Hessen aus Gießen beschäftigt sich seit 15 Jahren mit der Erforschung der Medien- und Internet-Nutzung. Er studierte Publizistik, Psychologie, Soziologie, Betriebswirtschaft und Marketing.

Anette Wettlaufer, Sprecherin des SNVB, hatte den Social-Media-Experten nach Alsfeld-Eudorf in die „Schmiede“ eingeladen, weil die Mitglieder des Netzwerks das Thema Social Media als äußerst aktuell und wichtig eingestuft hatten. In einem mehr als dreistündigen sehr anschaulichen Referat konnte der Publizist den zahlreichen Teilnehmerinnen wertvolle Impulse und Einordnungen für den privaten und beruflichen Umgang mit Social Media – Facebook, Xing, Twitter, Slideshare und Co. – geben.

Der Referent verstand es, die Komplexität des Themas auf die Erfahrungswelt des Privaten und des Geschäftlichen konkret herunterzubrechen. Denn in der Tat: die Möglichkeiten, sich digital zu vernetzen sind riesig. Und zu wissen, was genau das Richtige ist für welche Ziele – dafür sollte man/frau sich schon ein wenig Zeit nehmen.

Sicher ist, dass die immer größere Verbreitung von Social Media mit dem Bedürfnis der Menschen nach Vernetzung, nach Nähe zu tun hat. Dirk Engel machte deutlich, dass die junge Generation bereits aufgehört habe, Kommunikationsmittel als Werkzeuge zu betrachten. Vielmehr sehe man sich als Bestandteil der Medien selbst, man bewege sich auf einer unendlich vernetzbaren Plattform.

Je nach Interessenlage seien die Nutzer von Social Media weniger oder stärker aktiv. Für ganz Passive empfiehlt Dirk Engel Facebook und ähnliches allerdings nicht. In Youtube Videos anschauen, gewiss. Aber auch hier müsse es einige geben, die etwas hereinstellen. „Spaß macht es nur, wenn man selbst aktiv wird – das ist dann für die Mitnutzer attraktiv“, sagte er. Bei der geschäftlichen Nutzung komme es darauf an, „wirklich relevante“ und passende Angebote zu schaffen, aber darüber hinaus behutsam und nicht übertrieben auch eine emotionale Kundenbindung herzustellen.

Klar ist für Dirk Engel, dass soziale Medien das gesamte Verhalten verändern. Nutzer von Social Media können ihren Einfluss vergrößern, zumindest theoretisch. Immer wieder ging es in dem ausführlichen Vortrag von Engel um die Kategorie „Sich zeigen“.

Social Media is just a cocktail party

Die wichtigsten Verhaltensregeln kenne eigentlich schon jeder: „Es ist genau so wie bei einer Cocktail-Party“: Aufgeschlossen sein, aber trotzdem dezent – sich zeigen, aber trotzdem nicht aufdringlich sein, mit dem Strom der Gespräche mitfließen, aber keine Monologe produzieren. Das Wichtigste bei der Party und beim millionenfachen Netzwerk: „Die Party läuft schon, egal ob Sie kommen, ob Sie mitmachen oder nicht.“ Die Faustregel entspreche der für britische reale Parties: „Be nice, have fun and connect!“ – Sei nett, hab’ Spaß und gehe in Kontakt.

Dirk Engel erklärte, wie man im beruflichen Alltag die sozialen Medien sinnvoll nutzen kann und nannte unter anderem die Business-Profile Xing und Linked-In sowie Twitter für schnellen Nachrichtentransport und Slideshare für das Verwalten großer Dokumente – zum Beispiel Power-Point-Präsentationen – in der „Cloud“. Hier können zum Beispiel Vorträge einmal hochgeladen und dann von vielen Interessierten angeschaut oder wieder heruntergeladen werden.

Natürlich ist es immer wichtig, seine Privatsphäre sinnvoll zu schützen. Technisch sei es beispielsweise gut möglich, in Facebook private und geschäftliche Kontakte zu trennen, wozu der Referent ausdrücklich riet. Allerdings lebe das Prinzip Social Media eigentlich davon, dass die Grenzen zwischen Privat und Geschäftlich, aber auch zwischen „Oben und Unten“ zerfließen.

Die Veranstaltung des Sekretärinnen-Netzes Vogelsberg wurde im Rahmen der Qualifizierungsoffensive Vogelsbergkreis durchgeführt. Die Qualifizierungsoffensive Hessen geht auf eine Initiative des Hessischen Wirtschaftsministeriums zurück und wird mit ESF-Mitteln von der Europäischen Union gefördert. Ziel ist die Erhöhung der Weiterbildungsquote in der Region. Die Vogelsberg Consult GmbH ist Projektpartner des Landes Hessen und setzt die Qualifizierungsoffensive im Vogelsbergkreis bedarfsgerecht um.

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