An den Grenzen der Marktforschung

Wenn man einen Blick in die Zukunft werfen will, werden wir oft stark durch das Gegenwärtige beeinflusst. Deshalb muss man manchmal versuchen, den eigenen Tunnelblick aufzugeben. Künstlerische Methoden können uns dabei helfen. Für das Buch „Marktforschung der Zukunft“ habe ich einen Beitrag darüber verfasst, wie „Artistic Research“ die Marktforschung befruchten kann. Basis des Textes sind unsere Forschungen im Projekt „Zukunft der Medien“ der FUFF.

Worum geht es in dem Artikel? Hier eine kurze Zusammenfassung.

Beim Thema „Marktforschung der Zukunft“ stellt sich auch die Frage, wie Marktforschung Zukunft erforschen kann. Die gängigen Methoden der Trend- und Zukunftsforschung sind stark der Vergangenheit und Gegenwart verhaftet. Auch befragte Konsumenten oder Auftraggeber sind durch ihre Erwartungen geprägt und es fällt ihnen schwer, über die Zukunft zu spekulieren. Deshalb ist es notwendig, die Grenzen der Disziplin zu überschreiten und neue, kreativere Wege zu finden, um in radikal offener Art und Weise über Zukunft nachzudenken. Neben Wissenschaft und Marktforschung gibt es alternative Wissenssysteme, wie etwa die Kunst oder auch unser Alltagsforschen. In interdisziplinären Projekten und in Zusammenarbeit mit Künstlern, Forschern anderer Disziplinen und Laien werden Menschen dazu aufgefordert, bestehende Denkbarrieren zu überwinden und über Zukunftsthemen in einer neuen Weise zu reflektieren. Diese Art von Forschung wird bereits in den Kunst- und Kulturwissenschaften als „Artistic Research“ diskutiert, doch die Berührungspunkte zur Marktforschung werden bisher kaum gesehen.

Es existiert neben der Wissenschaft noch eine andere Art und Weise, Wirklichkeit wahrzunehmen und zu erforschen: Die Kunst.

FUFF.org

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Bei dieser Art von „Artistic Research“ erweitern die Beteiligten ihren Horizont und entwickeln neue Denkwerkzeuge (vom „Metaphern-Wechsel“ bis zu Verschwörungstheorien). Die Teilnehmer an solchen ergebnisoffenen, experimentellen Aktionen denken, handeln, sprechen und reagieren in einem Kontext, der weit entfernt von den herkömmlichen Marktforschungs-Settings (Interview, Studio) sind.

Auch die hier auftretenden Irritationen und Ambivalenzen ist ein wichtiger Erkenntnisfaktor. Ergiebige Felder für diese Art von Forschung sind z. B. die Themen Stadt, Medien oder Glück. Marktforscher, die sich an solchen Aktionen beteiligen, gewinnen neue Erkenntnisse jenseits der ausgetretenen Phasen, die auch für herkömmliche Aufträge wertvoll sind.

 

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Auch lesenswert: Der erste Band zur „Zukunft der Marktforschung“ der gleichen Herausgeber – lesen Sie meine Buchkritik dazu.

 

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