Bildbände zur Werbegeschichte

Buchkritik:
„Prominente in der Werbung – Da weiß man, was man hat“
„Deutsche Reklame. 100 Jahre Werbung“ von Michael Weisser

Zwei schöne Bilderbücher zum Thema Werbung sollen hier vorgestellt werden. Beide zeichnen sich durch die Fülle der Abbildungen aus. Das ist durchaus bemerkenswert, da es immer noch zahlreiche Veröffentlichungen über Werbung gibt, die ohne oder nur mit schlechten (zumeist zu kleine oder nur schwarz-weiße) Bildern und Illustrationen aufwarten. Nicht so der Band „Prominente in der Werbung – Da weiß man, was man hat.“


Das Buch erschien parallel zu einer Ausstellung im Bonner Haus der Geschichte. Bekannten Persönlichkeiten für die eigene Werbung einzuspannen, ist eines der ältesten Konzepte der Branche. Schon im 19. Jahrhundert diente etwas Reichskanzler Bismarck als beliebtes Markenzeichen.

Diese historische Entwicklung wird sehr lesenswert ist einem eigenen Kapitel des Buches behandelt. Auch die anderen Texte, geschrieben von Werbeforschern, Historikern und Praktikern, sind fundiert und informativ. Der Reiz des Buches geht allerdings von den Abbildungen aus, die jede Art von Promi-Werbung repräsentieren und nicht selten amüsieren – so z.B. wenn man die Spieler des VfB Stuttgart auf Bierfilzen aus den 80er Jahren findet oder ein nackter Roberto Blanko für Schlankheitspillen wirbt.

Wen die historische Perspektive auf die Werbung interessiert, der sollte sich den großformatigen Band „Deutsche Reklame“ annehmen. Der Autor konzentriert sich bei seiner nostalgischen Rückschau auf jene Marken und Hersteller, deren Namen noch heute Produkte zieren: Sekt von Henkell, Autos von Opel, Suppen von Maggie und viele, viele andere. Für jede Marke gibt es ein eigenes Kapitel mit einem knappen Text, der historische Fakten aufführt und vielen Abbildungen, darunter auch zahlreiche farbige.

Bestechend ist gerade die Fülle an Beispielen, von der kleinen Zeitungsanzeige in Schwarzweiß, über Pappaufsteller, bis hin zu großformatigen Reklameschildern. Etliche Entdeckungen warten auf den Leser, so etwa die überraschend modernen, dem Jugendstil verpflichteten Illustrationen für das Mundwasser Odol, die so gar nicht dem Klischee der betulich-nostalgischen Reklame entsprechen. Ein Buch zum Anschauen, das man gerne öfters zur Hand nehmen wird.

Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland: „Prominente in der Werbung – Da weiß man, was man hat“, Verlag Hermann Schmidt, Mainz 2002, 160 Seiten, ?,00 €, ISBN 3-87439-585-5

Michael Weisser: „Deutsche Reklame. 100 Jahre Werbung“; Doell Verlag, Bassum 2002, 232 Seiten, 36,00 EUR, ISBN 3-88802-273-0

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