Ost trifft West

Buchkritik:
„Ost trifft West“ von Yang Liu

Und nun aus aktuellen Anlass noch eine kurze Rezension eines kleinen Büchleins des hervoragenden Mainzer Hermann Schmidt-Verlages: Die olympischen Spiele in Peking sind vorbei, und nach wie vor sind viele Deutsche ratlos und verunsichert, wenn sie mit der für sie rätselhaft erscheinenden chinesischen Mentalität und Kultur konfrontiert werden. Nun könnte man darüber lange interkulturell-vergleichende Abhandlungen lesen, die versuchen, dem Westler zu erklären, was in den Köpfen der Chinesen vorgeht. Doch hier gibt es eine Abkürzung, welche die zeitraubende Lektüre gewichtiger Werke erspart.

ostwest
Die in China gebürtige Designerin Yang Liu hat die wichtigsten Unterschiede zwischen westlicher und chinesischer Kultur auf den Punkt gebracht und in schlichten Piktogrammen dargestellt.

Auf der einen Seite stellt ein Bild die westliche Vorstellung eines Begriffs dar, auf der gegenüberliegenden Seite dann ein zweites die chinesische Sicht. Diese kleinen Bildchen machen z.B. auf einen Blick klar, welche Rolle das Individuum in China hat oder was Westler und Chinesen sich unter einer Party vorstellen. Einige der Bilder sind von einem entwaffnenden Humor: Unter dem Stichwort „Tiere“ sieht man auf der westlichen Seite einen Baum, auf dessen Ästen viele zwitschernde Vögel sitzen; auf der chinesischen Seite ist aus dem Baum ein Ständer geworden, die Äste sind Spieße, an denen die Vögel munter vor sich hin brutzeln. Schauen Sie sich das Buch an und Sie werden wahrscheinlich auch dem Charme dieser Piktogramme erliegen (eine kleine Kostprobe finden Sie hier)

Yang Liu: „Ost trifft West“, Mainz 2008, Verlag Hermann Schmidt; 100 Seiten, 15,00 EUR, ISBN 978-3-87439-733-9

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