Macht Fernsehen dumm?

Viele reden von der „Volksverdummung“ – aber verdummt werden immer nur die anderen, man selbst natürlich nicht! Diese Beobachtung präsentierte Prof. Gregor Daschmann, Kommunikationswissenschaftler von der Uni Mainz, bei einem Vortrag am 27. August im Cronstetten-Haus am Frankfurter Westhafen.

Das Cronstetten-Haus ist eine recht exklusive Wohnanlage für ältere Mitbürger, zu deren Unterhaltung eine Vortragsreihe zum „Leben im 21. Jahrhundert“ angeboten wird. Daschmann erläuterte dem sehr aufmerksamen und engagierten Publikum seine Überlegungen zum Thema „Macht Fernsehen dumm?“.

cronstetten
Nicht die schlechteste Adresse für den Ruhestand: Das Cronstetten-Haus am Westhafen

Er nahm diesen Titel zu Anlass, über populäre Vorurteile gegenüber dem TV nachzudenken. Amüsant und kenntnisreich sezierte er Allgemeinplätze wie „Das Fernsehen ist das beste Informationsmedium“ und „Die berichten immer nur Negatives!“, immer im Lichte der aktuellen kommunikationswissenschaftlichen Forschung. Allerdings traute er sich nicht, eine klare Antwort auf die – zugegeben etwas grobe – Frage zu geben. TV mache sicherlich nicht dumm, doch informiert es uns nicht immer so gut, wie wir glauben bzw. gibt uns nur die trügerische Illusion, dabei gewesen zu sein.

In der anschließenden Diskussion wurde u.a. auch über den Parteieneinlfuss auf den öffentlichen-rechtlichen Rundfunk diskutiert. Einer der Gäste, der frühere Chefredakteur „Hörfunk“ des Hessischen Rundfunks Friedrich-Franz Sackenheim, lieferte dazu ein sehr persönliches Plädoyer für die Unabhängigkeit des öffentlich-rechtlichen Rundfunks.

Übrigens: Die Vorträge im Cronstetten-Haus sind öffentlich. Das nächste Highlight ist am 15. September 2009 (19:30 Uhr) eine Veranstaltung mit dem legendären Konzertveranstalter Fritz Rau, Konzertveranstalter, der aus seinem aktuellen Buch vorlesen wird. 🙂

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