Wo kann man Textern bei der Arbeit zusehen?

Buchkritik:
„Die Mörderfackel“ von Armin Reins

Das Konzept des Buches „Die Mörderfackel“ ist bestechend einfach und genial. Der Autor legte Beispiele für seiner Meinung nach wenig gelungene Anzeigen jeweils drei erfahrenden Textern vor und bat um kritische Anmerkungen. Was dabei herauskommt, ist äußerst erhellend und gibt Einblicke in die sonst schwierig darzustellende Arbeitweise von Kreativen.


Besonders interessant sind die Alternativ-Vorschläge, die jeder der Befragten zur Rettung der kritisierten Kampagne entwickeln musste. Die präsentierten Lösungen reichen von einer leichten Überarbeitung bis zu völlig neuen Kampagnenideen. Die Lektüre dieses Buches macht Spaß und ist gleichzeitig lehrreich. Der Autor schafft es, nicht nur ein Buch über Kreativität herauszugeben – sein Werk ist zugleich ein Beispiel für Kreativität.

Wie andere Veröffentlichungen zum Thema enthält es auch Interviews mit den befragten Textern, die zwar auch lesenswert sind, aber nicht die Signifikanz der Anzeigenkritik und der Überarbeitungen erreicht. Wie schon bei den Büchern von Gaede und Pricken ist die Gestaltung der „Mörderfackel“ vorbildlich. Lediglich die Wahl des Titels scheint etwas daneben gegangen zu sein.

Wenn Sie sich Fragen, was um Himmelswillen eine „Mörderfackel“ ist, dann lesen Sie bitte die enttäuschende Auflösung selbst nach. Mit Sicherheit werden Sie dann das Buch aber nicht mehr so schnell aus der Hand nehmen.

Armin Reins: „Die Mörderfackel“;Verlag Hermann Schmidt, Mainz 2002, 272 Seiten, 49,80 EUR, ISBN 3-87439-607-X

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