Wer nicht fragt bleibt dumm

Buchkritik:
„Der Fragebogen“ von Sabine Kirchhoff / Sonja Kuhnt / Peter Lipp / Siegried Schlawin

Eine angenehme Abwechslung zu den meist drögen Lehrbüchern über Methoden der empirischen Sozialforschung liefert ein neues Buch mit den schlichten Titel „Der Fragebogen“. Dieser schmale Band berichtet aus dem prallen Leben eines Forschungsprojekts. Eine umfassende Einführung in die Umfrageforschung wird nicht gegeben, das zeigt schon der geringe Umfang des Werkes.


Das Thema ist ein ganz anderes: Mit welchen konkreten Problemen und Entscheidungen ist man konfrontiert, wenn man selbst eine Befragung durchführen will. Die Autoren sind selbst Wissenschaftler und beschreiben ganz konkret Schritt für Schritt, wie sie ein Forschungsprojekt über die Studienbedingungen an ihrer Universität entstand.

Von Datenschutzfragen bis zum Kampf mit der Grafik-Software wird erzählt, schon fast in einem plaudernden Tonfall. Einige gute Ratschläge können die Verfasser ihren Lesern mit auf dem Weg geben. Auch die anschauliche Erklärung komplexer Analysemethoden ist für Studierende und auch forschende Nicht-Wissenschaftler hilfreich. Doch das Buch liefert noch mehr: Trost für die gestressten Nachwuchsforscher. „Seht her, wir haben die gleichen Probleme wie Ihr!“, so könnte man eine Botschaft des Fragebogen-Buches zusammenfassen.

Obwohl das Buch sehr nah an dem universitären Alltag angelehnt ist, handelt es sich trotzdem um eine lesenswerte Lektüre für Forschungspraktiker nicht nur an der Uni.

Sabine Kirchhoff / Sonja Kuhnt / Peter Lipp / Siegried Schlawin: „Der Fragebogen – Datenbasis, Konstruktion und Auswertung“, VS Verlag für Sozialwissenschaften, Wiesbaden 2008, 133 Seiten, ISBN 3531159550

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